ESFORIN MARKET INSIGHT OKTOBER

Markteinblicke mit ESFORIN-Experten! Wir haben Matthias Dilthey gebeten, über die Dynamik des Strommarktes im Oktober zu reflektieren: 

 Was waren die auffälligen Zahlen auf den Strommärkten in diesem Monat?

Eine bedeutende Veränderung war die Umstellung auf 15-Minuten-Day-Ahead-Auktionen in Deutschland, die faszinierende neue Preismuster hervorbrachten. Da die PV-Erzeugung in ihre „Winterpause” ging, verlagerte sich zudem der Fokus. Wind- und fossile Energie traten aus dem Schatten hervor und hatten erhebliche Auswirkungen auf die Preise und das Netzgleichgewicht.

Was sind mögliche Gründe für dieses Marktverhalten?

Im Oktober kam es zu einem deutlichen „Rollenwechsel“ zwischen Solar- und Windenergie. Da die Solarleistung im Herbst naturgemäß zurückgeht, bestimmte die Windenergie zunehmend die Dynamik auf der Angebotsseite. Die Kombination aus sinkenden Temperaturen und ersten Anzeichen der Winterheizperiode rückte auch den Gasmarkt in den Fokus und verstärkte dessen Einfluss auf die Strompreise und die Systemstabilität. Diese Temperatur-/Gasmarktsituation wird zu einem interessanten Faktor für den kommenden Winter.

Was erwartest Du für den nächsten Monat?

Wir rechnen mit einer starken Entwicklung hin zu einem stärker fossil geprägten Markt, was bedeutet, dass der Gaspreis einen größeren, direkteren Einfluss auf den Strompreis haben wird und in erster Linie die Grenzkosten bestimmt. In Verbindung mit der oft volatilen Windenergieerzeugung deutet dies darauf hin, dass wir auf eine Phase mit vermehrten Preisspitzen und raschen Veränderungen zusteuern. Das Ausmaß des Winterwetters und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Heizbedarf und die Gasspeicherung werden dabei der dominierende Faktor sein.