Was waren auffällige Zahlen auf den Strommärkten in diesem Monat?
Der März begann mit einer deutlichen Erinnerung daran, dass die Sonne und somit PV-Energie zurück ist: Obwohl Teile Süddeutschlands noch immer unter Schneedecke lagen, erlebten wir die ersten Tage des Jahres mit strukturell negativen Strompreisen und moderaten Abendspitzen. Dies änderte sich jedoch schnell. Die Eskalation des Krieges im Iran trieb die Gaspreise und damit auch die Strompreise stark in die Höhe und prägte die zweite Monatshälfte.
Was diese Situation grundlegend von 2022 unterscheidet, ist die deutlich höhere Verfügbarkeit von PV-Strom. Anstelle einheitlich hoher Preise sehen wir nun ausgeprägte Intraday-Preisspannen: Sehr niedrige oder negative Preise während der Solarspitzen und deutlich höhere Preise in den Morgen- und Abendstunden – ein Umfeld, das trotz der Lage auf den Öl- und Gasmärkten attraktiv für BESS-Optimierung und flexible Anlagen ist.
Was sind mögliche Gründe für dieses Marktverhalten?
Die Geopolitik kehrte mit voller Wucht an die Energiemärkte zurück. Die Eskalation im Iran wirkte sich unmittelbar auf die Gaspreise aus und erinnerte uns daran, wie fragil die Energieversorgungsketten nach wie vor sind – mit Auswirkungen, die weit über die Energiemärkte hinausreichen und den Alltag betreffen. Gleichzeitig sieht das Stromnetz ganz anders aus als noch vor wenigen Jahren: Mehr PV bedeutet steilere Lastkurven, auch wenn die Gesamttemperaturen niedrig bleiben. Das Ergebnis: höhere kurzfristige Volatilität.
Was erwartest Du für den nächsten Monat?
Der April bringt längere Tage, steigende Solarstromerträge und mehrere lange Feiertagswochenenden um Ostern – all dies deutet auf häufigere Stunden mit niedrigen oder negativen Preisen hin. Zumal die Temperaturen noch nicht besonders hoch sind und die PV-Effizienz daher deutlich höher ist als im Hochsommer. Gleichzeitig werden die mit dem Iran-Krieg verbundenen Gaspreise noch einige Zeit Anlass zur Sorge geben, da es bei diesem Preisniveau keinen Anreiz gibt, Gas zu speichern – obwohl die Gasspeichersaison eigentlich am 1. April beginnt. Daher ist mit anhaltender Volatilität und weiterhin hohen Energiepreisen zu rechnen.