Was waren die auffälligen Zahlen auf den Strommärkten in diesem Monat?
Für mich ist das Hauptthema dieses Monats eindeutig der Winter. Wir haben mehrere Preisspitzen beobachtet, die durch extrem kaltes Wetter verursacht wurden und im Januar attraktive Gewinnchancen auf dem Flexibilitätsmarkt geschaffen haben. Und es sieht so aus, als wäre der Winter noch lange nicht vorbei.
Was sind mögliche Gründe für dieses Marktverhalten?
Die Gasvorräte sinken rapide und sind bereits unter 35 % gefallen. Ein Gasengpassszenario (definiert als Vorratsstand unter 20 %) zeichnet sich ab und könnte realistisch gesehen innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen eintreten, wenn die derzeitigen Entnahmeraten anhalten.
Sobald die Vorräte unter 20 % fallen, sinkt aufgrund des abnehmenden Lagerdrucks auch die lieferbare Fördermenge. Besonders angespannt ist die Lage in Süddeutschland, wo die Gasvorräte noch knapper sind.
Gleichzeitig deuten die Wettervorhersagen für Februar (und sogar März) auf eine hohe Wahrscheinlichkeit anhaltender und teilweise sehr strenger Kälteeinbrüche hin. Die Spaltung des Polarwirbels in der Stratosphäre erhöht die Wahrscheinlichkeit von arktischen Kälteeinbrüchen in der gesamten nördlichen Hemisphäre, ähnlich wie wir es kürzlich in den Vereinigten Staaten erlebt haben.
Was erwartest Du für den nächsten Monat?
Angesichts der anhaltend kalten Wetteraussichten und der zunehmend angespannten Gasversorgung ist mit anhaltender Volatilität und weiteren Preisspitzen auf dem Flexibilitätsmarkt zu rechnen. Wenn die Speicherstände weiterhin im aktuellen Tempo sinken, könnten sich die Spannungen auf dem Markt verschärfen, insbesondere in Regionen, die bereits mit einer eingeschränkten Gasverfügbarkeit konfrontiert sind. Die winterlichen Bedingungen werden auch in den kommenden Wochen der dominierende Markttreiber bleiben.