Energieeffizienz oder Flexibilisierung: Muss man sich entscheiden?

Wie die Flexibilisierung der Energiewende einen Boost und den Akteuren wieder mehr Handlungsfähigkeit verschaffen könnte.

„Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ oder doch „wer wagt, gewinnt“?

Je sicherheitsorientierter Menschen agieren, desto stärker werten diese in der Zukunft liegende Optionen ab (man nennt dieses Phänomen ‚temporal discounting‘) – der kurzfristige Gewinn wird der Ungewissheit eines größeren, jedoch weiter in der Zukunft liegenden Erfolgs vorgezogen. Um derartige ‚Zukunftsängste‘ abzumildern, brauchen Menschen das Gefühl von Handlungsfähigkeit, das Gefühl, das Glück in die eigene Hand nehmen zu können.

Energieeffizienzmaßnahmen sind solche präferierten kurzfristigen Gewinne und sind in der Umsetzung der Energiewende nach wie vor in aller Munde. Die Fortschritte, die wir in der Energieeffizienz machen, sind in vielen Branchen jedoch nicht mehr groß, das Potenzial in vielen Unternehmen ausgeschöpft. Um weiterhin handlungsfähig in der Umsetzung der Energiewende zu bleiben, braucht es daher ein anderes Werkzeug, das nicht minder umsetzungsstark ist – die Prozessflexibilisierung.

Ausgleich des Prognosefehlers mithilfe von Flexibilität schaffen

Flexibilität ist eines der Werkzeuge, das das System benötigt, um den Prognosefehler der Erneuerbaren auszugleichen. Bislang fehlt es jedoch vielfach an Anreizsystemen für die Umrüstung, an Planungssicherheit für die Refinanzierung von Investitionen und an einem passenden regulatorischen Rahmen für die Umsetzung. All dies ist bereits für das Werkzeug der Effizienzmaßnahmen entstanden. Die nötigen regulatorischen Rahmenbedingungen dieser beiden Optionen mögen sich stark unterscheiden, hier ist der Gesetzgeber jedoch bereits aktiv geworden. Um hingegen eine Planungs- und Refinanzierungssicherheit für Flexibilisierungsmaßnahmen zu schaffen, ließe sich sicher das eine oder andere Instrument aus dem Bereich der Energieeffizienzförderung für Flexibilisierungsoffensiven öffnen.

Leider steht die Flexibilisierung oftmals den gewünschten Effizienzbestrebungen entgegen. Am effizientesten arbeiten die meisten Prozesse nun mal, wenn sie ihren optimalen Arbeitspunkt nicht verlassen, sprich „Strich“ fahren. Aus individueller Betrachtung heraus mag der optimale Arbeitspunkt sogar in Bezug auf Energieverbrauch und CO2-Einsparung schneller zum Erfolg führen, die Energiewende muss jedoch systemisch gedacht werden und aus Sicht des Systems sind (fossiler) Energieverbrauch und CO2-Ausstoß dann am geringsten, wenn die erneuerbare Energie dann verbraucht wird, wenn sie zur Verfügung steht. Ein Strich fahrender Prozess nimmt eben keine Rücksicht auf die Wetterprognose, die jedoch ein immer maßgebenderer Faktor in unserer Energieerzeugung wird.

Energieeffizienz- und Flexibilisierungsmaßnahmen im Einklang

Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, sollte eine Gleichstellung von Energieeffizienz- und Flexibilisierungsmaßnahmen stattfinden. Beides braucht das System. Doch dort, wo Flexibilität möglich ist, sollten Effizienzvorgaben nicht dazu führen, dass die Investition in Flexibilität entfällt, sondern auf Effizienzverbesserungsvorgaben bei gleichzeitiger Bereitstellung von Lastflexibilität verzichtet werden. Diese damit einhergehende Aufwertung von Flexibilisierungsvorhaben hat das Potenzial, vielen Unternehmen neue Handlungsfähigkeit zu verschaffen und neue Perspektiven für ein Mitwirken am Projekt Energiewende zu geben.

 

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