Was waren die auffälligen Zahlen auf den Strommärkten in diesem Monat?
Der November markierte den tatsächlichen Beginn des Winters auf den Strommärkten, wobei sich die erste „Dunkelflaute” (Periode mit geringer Wind- und Solarstromerzeugung) der Saison deutlich auf die Preise auswirkte. Trotz niedrigerer Gasspeicherstände als in den Vorjahren blieben die Gaspreise bemerkenswert stabil und ruhig, was angesichts der steigenden Nachfrage eine gewisse Erleichterung brachte. Und zu allem Überfluss kam es zu einem seltenen Handelsereignis: einer EPEX-Marktunterbrechung, bei der die Intraday-Continuous-Preise (IDC) aufgrund einer Marktentkopplung am 29. November auf bis zu 9.999 € stiegen.
Was sind mögliche Gründe für dieses Marktverhalten?
Die Kombination aus begrenzter Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und Heizbedarf zu Beginn der Saison schuf die Voraussetzungen für eine höhere Volatilität. Die erste Dunkelflaute reduzierte den Anteil erneuerbarer Energien erheblich, wodurch man stärker auf konventionelle Energiequellen angewiesen war, während die relativ stabilen Gaspreise einen möglicherweise noch stärkeren Anstieg der Strompreise abfedern konnten.
Was erwartest Du für den nächsten Monat?
Der Dezember bringt traditionell stärkere Winde mit sich, wodurch Windkraft für die Preisdynamik zunehmend an Bedeutung gewinnt. Daneben führen Feiertagseffekte, insbesondere um Weihnachten, tendenziell zu ausgeprägten Preismustern, da der Verbrauch sinkt und die Erzeugungsplanung angepasst wird. Insgesamt wird der Dezember wahrscheinlich die gegensätzlichen Kräfte der Windschwankungen und der Nachfrage in der Weihnachtszeit zeigen, die den Markt prägen.