ESFORIN MARKET INSIGHT JULY

SUMMER OF SURPRISES | Hier sind unsere Markteinblicke mit ESFORIN-Experten zur Dynamik des Strommarktes im Juli:

Was waren auffällige Zahlen auf den Strommärkten in diesem Monat?

Der Juli hat erneut gezeigt, wie schnell sich Marktbedingungen verändern können, selbst wenn man denselben Monat mit dem Vorjahr vergleicht. Ein bemerkenswerter Indikator kommt vom Day-Ahead-Markt: Im Juli 2026 lagen die Strompreise für mehr als 368 Stunden unter 1 €/MWh. Im Juli 2025 waren es lediglich 29 Stunden. Dies verdeutlicht, wie stark der Ausbau erneuerbarer Energien und die Dynamik des Energiesystems die Preisbildung in den europäischen Strommärkten verändern.

Der Gasmarkt lieferte ein weiteres bemerkenswertes Beispiel für auseinanderlaufende Marktmechanismen. Am 9. Juli stieg der PEGAS THE Day-Ahead-Gasschlusspreis wieder über 50 €/MWh. Nur wenige Tage später zeigte der Bilanzierungsmarkt jedoch ein völlig anderes Bild: Vorläufige Preise für positive Bilanzkreisabweichungen fielen auf rund -1 €/MWh, während die Within-Day-Preise weiterhin über 50 €/MWh lagen und die Day-Ahead-Preise knapp darunter.

Was sind mögliche Gründe für dieses Marktverhalten?

Der Juli hat gezeigt, wie unterschiedlich sich derselbe Kalendermonat von Jahr zu Jahr entwickeln kann. Während der Juli 2025 von außergewöhnlich nassen Wetterbedingungen geprägt war, wurde der Juli 2026 von Hitze dominiert. Die extremen Temperaturen führten europaweit zu betrieblichen Herausforderungen, da mehrere Länder ihre Kernkraftwerksleistung aufgrund von Kühlwasserbeschränkungen reduzieren mussten. Dadurch stand weniger Erzeugungskapazität zur Verfügung, während gleichzeitig die Stromnachfrage durch den erhöhten Kühlbedarf anstieg.

Gleichzeitig sorgten anhaltende geopolitische Konflikte und die allgemeine Unsicherheit an den Rohstoffmärkten weiterhin für erhöhte Volatilität an den Energiemärkten. Der Gasmarkt zeigte deutlich, dass sowohl ein Überangebot an L-Gas zu negativen Preisen führen kann als auch globale Spannungen erhebliche Preisschwankungen auslösen können.

Was erwartest Du für den nächsten Monat?

Der August hat bereits mit deutlichen Preisschwankungen begonnen. Am 2. August bewegten sich die Preise am kontinuierlichen Intraday-Markt innerhalb eines einzigen Tages zwischen etwa -29 €/MWh (5. Perzentil) und 314 €/MWh (95. Perzentil).

Mit Blick nach vorne erwarten viele Marktbeobachter, dass sich diese Entwicklungen weiter verstärken werden. Prognosen deuten auf eine hohe Wahrscheinlichkeit weiterer Hitzewellen in Europa hin, kombiniert mit einer starken PV-Einspeisung und einer schwachen Windstromerzeugung. Dies könnte die Preisspreizungen weiter erhöhen und sowohl zu noch niedrigeren Preisen zur Mittagszeit als auch zu stärkeren Preisspitzen in den Abendstunden führen.

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