Was waren auffällige Zahlen auf den Strommärkten in diesem Monat?
Der Februar bot einen faszinierenden Kontrast: Perioden mit starkem Schneefall und Winterkälte, gepaart mit unerwartet milden, vorfrühlingshaften Tagen voller Sonnenschein. Diese Wetterunbeständigkeit hinterließ deutliche Spuren auf den Strommärkten.
Der durch Solarenergie verursachte Preisdruck wurde besonders deutlich: In der Day-Ahead-Auktion wurden rund 140 Viertelstunden unter 5 €/MWh verzeichnet! Ein Vorgeschmack auf die Art von Rekord-Preisrückgängen, die wir im Laufe dieses Jahres möglicherweise häufiger erleben werden.
Was sind mögliche Gründe für dieses Marktverhalten?
Die Dynamik des Strommarktes im Februar wurde durch eine Kombination aus extremen Wetterschwankungen und zunehmenden geopolitischen Spannungen bestimmt. Kälteeinbrüche verschärften die ohnehin schon angespannte Lage im Gassystem, wobei die europäischen Speicherstände deutlich unter denen der letzten Jahre lagen, was die Sorgen um die Versorgungssicherheit verstärkte.
Hinzu kam, dass sich der Konflikt im Nahen Osten Ende des Monats verschärfte und die europäischen Gas-Benchmarks stark anstiegen, da die Händler die Risiken für LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus einpreisten.
Im Gegensatz dazu führten plötzliche milde und sonnige Wetterperioden zu einem vorübergehenden Rückgang der Nachfrage und einem Anstieg der Solarstromproduktion, was zu mehreren Stunden mit niedrigen oder negativen Strompreisen in ganz Europa führte.
Was erwartest Du für den nächsten Monat?
Mit dem nahenden Frühling rechnen wir mit einem weiteren Anstieg der PV-Erzeugung, was möglicherweise zu mehr Stunden mit sehr niedrigen oder sogar negativen Preisen führen wird. Gleichzeitig bleiben geopolitische Risiken und anhaltende winterliche Bedingungen wichtige Treiber für kurzfristige Volatilität. Da die Gasvorräte weiterhin unter den üblichen saisonalen Normwerten liegen, reagiert Europa nach wie vor sehr empfindlich auf Versorgungsunterbrechungen, sodass Preisspitzen in kälteren Perioden oder bei der derzeitigen geopolitischen Eskalationen weiterhin möglich sind.