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11.11.2020

Corona als Digitalisierer der Energiebranche

Home-Office, schwankende #Energiepreise oder wirtschaftliche Veränderungen. Im Arbeitsalltag zeigt uns die Pandemie täglich die Grenzen des Strommarktdesigns auf.

Doch langfristig bedeutet der abrupte Wandel die Beschleunigung digitaler Energielösungen.

Bereits im April mussten wir drastische Folgen der Pandemie auf das wirtschaftliche und soziale Leben erfahren. Geschlossene Geschäfte und Betriebe, heruntergefahrene Produktionen, unterbrochene Lieferketten, eingeschränkte Reisen, Arbeitnehmer in Quarantäne oder Home-Office und ein stillgelegtes Freizeitleben dominierten den Alltag.

Mit dem Einfrieren der Wirtschaft brach die Nachfrage nach Strom und Gas bei energieintensiven Unternehmen drastisch ein – so verringerte sich der Verbrauch im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,5 % (Bundesnetzagentur 2020). Gleichzeitig sanken Preise im Intraday-Handel und ein überdurchschnittlich hoher Anteil an erneuerbaren Energien deckte den Strombedarf. Für Unternehmen mit einem sonst hohen Energiebedarf bedeutete dies, dass sie z.T. ihren am Terminmarkt bestellten Strom nicht abnehmen konnten und ihn mit Verlust veräußern mussten. Für viele Industrieunternehmen boten gerade diese niedrigen bis negative Preise ein hohes Risiko, obwohl sie sich vorsorglich am Terminmarkt zu einem vermeintlich attraktiven zugesicherten Preis eingedeckt hatten. Gleichzeitig birgt der niedrige Strompreis für Unternehmen mit ergänzender Spotmarktbeschaffung die Möglichkeit sich kurzfristig günstig mit Energie einzudecken.

Der zweite Lockdown „Light“ lässt ähnliche – wenn auch diesmal nicht so gravierende und jetzt schon routinierte – Veränderungen zu. Doch wie wird sich die Energiebranche langfristig auf die Folgen einstellen (müssen)?

 

DIE ZUKUNFT SIND ERNEUERBARE UND FLEXIBLE ENERGIEN

Ungeachtet der Auswirkungen von Corona wird der Ausbau erneuerbarer Energien und Abschaltung von Kohle- und Kernkraftwerken unsere Zukunft prägen. Die Pandemie hat uns nur noch einmal vor Augen geführt wie wichtig die intelligente Koordination und schnelle Einsatzbereitschaft unterschiedlicher (unflexibel konservative) Energiequellen ist. Ein Atomkraftwerk kann im Gegensatz zu einer Windkraftanlage nicht sofort abgeschaltet werden und auf eine plötzlich stillgelegte Industrie reagieren.  

So konnte kurzzeitig eine erhebliche Steigerung des Anteils erneuerbaren Energien am Strommix beobachtet werden, da konservative Kraftwerke zurückgefahren wurden. Doch langfristig ist eine Verlangsamung der Energiewende zu befürchten, da benötigte Investitionen durch den wirtschaftlichen Einbruch verschoben werden könnten.

Erneuerbare Energien versprechen gleichzeitig eine wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit, aber die Natur ist nicht vorhersehbar – wie auch die unzureichende Vorbereitung auf die Corona-Pandemie zeigt. Langfristig müssen daher Energiespeicher und Batterien sowie digitale Systeme weiterentwickelt werden, so dass die Fluktuation des Angebots aufgefangen und in Echtzeit ausgeglichen werden kann.

 

FLEXIBILITÄT VERRINGERT RISIKO

Der Virus wird uns einen nicht vorhersehbaren Zeitraum begleiten. Wie uns die Geschichte zeigt, wird es mit größter Wahrscheinlichkeit auch nicht der Letzte seiner Art sein. Daher wird sich auch die Nachfrage und das Angebot von Energie immer flexibler den Rahmenbedingungen anpassen müssen. Die bisherige Architektur und das Verhalten auf dem Energiemarkt sind zu hinterfragen, ob sie noch mit dem dynamischen Wandel zeitgemäß und somit effizient sind. Zum Beispiel scheint die Verlagerung der Bedarfsdeckung vom Terminmarkt zum kurzfristigen Handel einen Weg für das zukünftige Risikomanagement darzustellen.

 

DIGITALISIERUNG ALS INNOVATOR

Der erste Lockdown katapultierte die deutsche Digitalisierung um viele Jahre nach vorne, indem bestehende Strukturen gezwungen wurden, sich mit digitalen Lösungen und Innovationen auseinanderzusetzen. In kurzer Zeit wurden effiziente Alternativen für die Ermöglichung und Aufrechterhaltung des Arbeitsalltags gesucht, die so vielleicht nie umgesetzt worden wären. Folglich erkannten und erkennen Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen den Mehrwert von digitalen Angeboten und Services für ihr Tagesgeschäft und potenzielles Wachstum – auch über die Zeit der Pandemie hinweg. So zeigt zum Beispiel eine Online-Umfrage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu den Auswirkungen von Corona auf Forschung und Innovation, dass die Hälfte der Befragten eine stärkere Digitalisierung vorantreiben will (BMWI Online-Umfrage Mai 2020). Ähnlich verhält es sich in der Energiebranche. Covid-19 hat uns vorgeführt, dass das System seine Grenzen der Planbarkeit hat und digitale Innovation der Schlüssel zum Erfolg ist.

Home-Office und Quarantänemaßnahmen zeigen, dass dezentrale und sichere Lösungen benötigt werden. Das heimische Internet ist anfälliger für Hacker-Angriffe und somit Industriespionage im Vergleich zur mehrfach gesicherten Server-Festung im Büro. Sichere und cloudbasierte Systeme helfen Unternehmen sich unabhängig und agil aufzustellen.

Hinzukommt, dass die Informationsaufnahme des Menschen organisch begrenzt ist, so dass intelligente Systeme helfen können, Daten effizient zu filtern und darauf abgestimmte Prozesse zu fahren.

 

INNOVATION ALS TREIBER DER ENERGIEWIRTSCHAFT

Die Corona-Krise ist metaphorisch vergleichbar mit einem Tsunami, der über unsere Gesellschaft und Wirtschaft rollt. Die zweite Welle ist mit großer Kraft da und stellt unsere bisherigen Systeme auf den Prüfstand. Die Folgen sind schwer absehbar. Wir können uns nur so gut es geht auf diverse Szenarien vorbereiten.

Es bleibt fraglich inwieweit sich unser Reiseverhalten, Arbeit oder privates Leben nachhaltig verändern wird. Egal ob wir zum Status-Quo zurückkehren, Prozesse pausieren oder uns zum Positiven weiterentwickeln – die Energiebranche muss auf diese Veränderungen kurzfristig reagieren können. Daher sollte Corona als „Nudge“ und nicht als Einfrieren alltäglicher Prozesse gesehen werden, unser Energiemanagement zu überdenken und die Notwendigkeit innovative Energielösungen anzudenken, weiterzuentwickeln und konsequent zu nutzen.

CEO und Gründer von ES.FOR.IN SE, Christian Hövelhaus sieht „eindeutige Wachstumschancen in der Digitalisierung der Energiewirtschaft“ und für die Positionierung im internationalen Wettbewerb. Die jetzige Situation ist ein Weckruf, sich mit der immer dezentraler werdenden Energiebranche auseinanderzusetzen. „Innovation ist die einzige Möglichkeit die Energiewirtschaft und energieintensiven Unternehmen – auch in unsicheren Zeiten – zu Stabilität und Wachstum zu führen“, so Hövelhaus.

 

QUELLEN:

ESFORIN SE; Bundesnetzagentur 2020 www.smard.de; Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Ergebnisse der Online-Befragung – wie wirkt Corona auf Forschung und Innovation in innovativen Unternehmen? 26.5.2020. URL: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/E/ergebnisse-online-befragung-corona-forschung-innovation.html

 

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